Freitag, Juni 03, 2016

Das niedrige Niveau des Ölpreises macht nicht nur vielen OPEC-Staaten Probleme, die Förderung wollen die exportierenden Staaten dennoch nicht drosseln. Der Preis werde sich auch so weiter erholen, sagt der scheidende OPEC-Generalsekretär al-Badri.

Ungeachtet des niedrigen Ölpreises lehnt die Organisation erdölexportierender Staaten (OPEC) eine Deckelung der Ölproduktion weiter ab. Der aktuelle Fördermenge sei "vernünftig" für den Markt, sagte der scheidende OPEC-Generalsekretär Abdallah al-Badri beim Treffen der Kartell-Mitglieder in Wien. "Die Preise haben sich zuletzt selbst stabilisiert", sagte al-Badri. Der Ölpreis hat sich tatsächlich seit Januar erholt, liegt mit rund 50 Dollar pro Barrel aber weiter deutlich unter dem Niveau von 2014.

Die OPEC-Staaten hatten sich nach dem Einbruch des Ölpreises auf Initiative Saudi-Arabiens anders als in der Vergangenheit zunächst gegen eine Drosselung der Produktion entschieden, um ihren Marktanteil zu bewahren. In den vergangenen Monaten wurde aber verstärkt diskutiert, die Produktion doch zu drosseln, um den Preis zu stabilisieren.

OPEC verspricht Zurückhaltung

Obwohl eine Deckelung der Produktion nun erst einmal vom Tisch ist, versprach Saudi-Arabien, den Markt nicht zu fluten. "Es gibt keinen Grund dafür", sagte Energieminister Chaled al-Falih. Sein iranischer Amtskollege Bijan Zanganeh ergänzte, er habe von den anderen Ländern keine Signale erhalten, dass sie die Produktion kräftig steigern wollen. Der Ölpreis geriet dennoch unter Druck.

Schon bei einem Treffen im April konnten sich die OPEC-Staaten aber nicht darauf einigen, die Fördermenge auf dem Niveau von Januar einzufrieren. Saudi-Arabien hatte verlangt, dass ein Einfrieren der Fördermenge auch für den Iran gelte. Teheran will aber nach der Aufhebung der Atomsanktionen im Januar seine Ölproduktion zunächst auf das Niveau vor der Verhängung des westlichen Ölembargos im Sommer 2012 zurückbringen.

Neuer OPEC-Generalsekretär

Die OPEC-Staaten wählten bei ihrem Treffen auch den Nigerianer Mohammed Barkindo zum neuen Generalsekretär. Der frühere Leiter des nigerianischen Ölkonzerns NNPC sei "hoch qualifiziert und respektiert", sagte der saudiarabische Ölminister Chaled al-Faleh. Der Libyer al-Badri hätte eigentlich schon 2012 abtreten sollen, doch konnten sich die OPEC-Staaten nicht auf einen Nachfolger einigen.



http://www.tagesschau.de/wirtschaft/opec-113.html

Etiketten: Öl, OPEC

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